• Ora et labora (Ausstellung Landesmuseum Zürich)

  • Ora et labora (Ausstellung Landesmuseum Zürich)

  • Im Nebel der Zeit (Film)
    Hanna Adén, Tillo Spreng

  • Regula stilus et designare – Style & Design Regel
    Manja Hampel

  • Les coiffures pieuses
    Anna-Tina Kessler

  • Les coiffures pieuses
    Anna-Tina Kessler

  • Der Eintritt
    Nicole Steiner, Anja Zulauf

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Ora et labora

Das Kloster Müstair in Graubünden ist zum einen ein Benediktinerinnen-Kloster, in dem gegenwärtig zwölf Nonnen leben, und zum anderen ein wertvoller archäologischer Ausgrabungsort, der seit 25 Jahren zum Weltkulturerbe gehört.

Am Anfang des Projektes stand eine dreitägige Exkursion nach Müstair mit Vorträgen des Tourismusbeauftragten des Münstertals und Führungen durchs Museum und die Klausur, die Besuchern normalerweise verschlossen bleibt. In einem Interview schilderten Schwester Domenica und Schwester Elisabeth das Leben der Klosterfrauen und die Beweggründe, in ein Kloster einzutreten. Diese interessanten Gespräche boten den Studierenden die Möglichkeit, Lebensentwürfe kennenzulernen, die den ihren diametral entgegengesetzt scheinen. Anschliessend widmete sich ein Teil der Klasse der Analyse des Klosters als Kulturbetrieb, um so einen Beitrag zur Überarbeitung des Erscheinungsbildes zu leisten. Andere definierten in der Auseinandersetzung mit der Welt des Klosters Arbeitsfelder und entwickelten darin ihre Ideen.

Die Videoinstallation «Nebel der Zeit» von Hanna Adén und Tillo Spreng thematisiert die Zeitlosigkeit des Val Müstair. Der Film vermittelt die Ursprünglichkeit und den Geist des Tales auf eine zeitgenössische und künstlerische Art und Weise. Video- und Tonsequenzen wurden vor Ort gesammelt und zu einem Film komponiert. «Nebel der Zeit» nimmt den Betrachter mit auf eine Bilderreise aus Natursequenzen und Aufnahmen aus dem Kloster St. Johann, welches das Tal mit seiner über 1000-jährigen Geschichte mitgeprägt hat. Der Bilderteppich regt die Betrachter zum freien Assoziieren an und soll Müstair nicht nur als Ort auf der Landkarte, sondern als Erfahrung für Geist und Seele näherbringen. So werden die Besucher direkt ins Herz des Tales geführt.

Gleich den Nonnen im Kloster Müstair sind auch die Studierenden und Dozierenden von Style & Design eine Gemeinschaft. Regeln können das Miteinander in einer solchen Gemeinschaft erleichtern und fördern. Manja Hampel hat für das «Style & Design Regelwerk» die Benediktsregeln, die im 6. Jahrhundert für das Zusammenleben in einem Orden entwickelt wurden, gründlich analysiert und für den Studiengang adaptiert. Durch diese Übertragung wurden die Unterschiede, aber auch die Gemeinsamkeiten sichtbar und spiegelten so die beiden Gemeinschaften.

Der Nonnenschleier ist ein Zeichen der Hingabe an Jesus Christus. Er gehört zum weiblichen Habit wie das Weihwasser zur Kirche. Wo uns Haar oder Hut als Kopfbedeckung dienen, ist der Schleier die Krone der Nonnen. In der intensiven Auseinandersetzung mit dem Habit, im speziellen mit dem Schleier, entstand die Arbeit «Les coiffures pieuses» – die frommen Frisuren – von Anna-Tina Kessler. Sowohl Form, Textur als auch Struktur der Schleier sind modernen Frisuren nachempfunden. «Les coiffures pieuses» ist der Versuch, unser weltliches Leben und das geistliche Leben der Nonnen zu vereinen bzw. einander ein Stück näher zu bringen.

Sie stellen sich vor, wie es wäre, sich für ein Leben in der kleinen Benediktinerinnengemeinschaft Müstair und gegen das Zürcher Grossstadtleben zu entscheiden. In Form eines fiktiven Interview-Tagebuchs berichten sie den ehemaligen Kommilitoninnen über ihre Erfahrungen hinter den Klostermauern.

Regelwerk Style&Design.pdf

Dozentin Eva Wandeler
Jahr 2008
Schlagworte Religion, Identität, Gruppen
Kooperation Kloster Müstair (www.muestair.ch)